Warum wir einen digitalen UW brauchen
Liebe Mitglieder,
bereits im Kassenbericht der JHV 2025 wiesen die Kassenprüfer auf drohende finanzielle Probleme für den DWZRV im 4. Quartal 2025 hin. (s. UW 05/2025 Protokoll der JHV TOP 3.2)
Diese Probleme sind leider sehr real, auch wenn anderslautende Gerüchte die Runde machen. Aufgabe des Geschäftsführers ist es, eine finanzielle Schieflage mit allen Mitteln zu verhindern. Da wir zurzeit keinen Geschäftsführer haben, fallen diese Aufgaben in meine Verantwortung.
Die Lage in 2025
Leider hat der DWZRV nur noch sehr geringe finanzielle Reserven. Rücklagen in sechstelliger Höhe wurden in den Jahren 2023 und 2024 aufgebraucht. Die noch in diesem Jahr drohenden finanziellen Probleme können nur durch eine Steigerung der Einnahmen oder Reduktion von Ausgaben verhindert werden.
Die Einnahmen
Die Einnahmen lassen sich nicht einfach erhöhen. Fast 2/3 der bisherigen Einnahmen dieses Jahres stammen aus den Mitgliedsbeiträgen. Ein weiterer großer Posten sind die Einnahmen aus Veranstaltungen (Ausstellungen, Rennen, Coursing). Diese liegen in diesem Jahr bisher um fast 1/3 unter der Planung. Dementsprechend wurde die Vorausschau für das letzte Jahresdrittel nach unten angepasst. Dazu kommen die fehlenden Gewinne von Donaueschingen in fünfstelliger Höhe, die in diesem Jahr von vorne herein nicht in der Planung enthalten waren.
Die offenen Forderungen
Die vom vorherigen Vorstand genannten offenen Forderungen lassen sich nach wie vor weder nachvollziehen noch realisieren. Bei einigen Forderungen in fünfstelliger Höhe ist seit Jahren absehbar, dass diese nicht realisierbar sind. Hier ist möglicherweise auch die Verjährungsfrist bereits abgelaufen, so dass diese längst hätten ausgebucht werden müssen. Viele angebliche Forderungen wurden bereits beglichen, werden aber von der Geschäftsstelle teilweise wiederholt abgebucht. Leider haben wir immernoch keinen eigenständigen Zugriff auf die Finanzdaten, so dass eine vollständige Prüfung noch nicht erfolgen kann.
Die Ausgaben
Wie bereits im Vorwort zu UW 07/2025 geschrieben, gibt es leider auch nicht viele Ausgabenpositionen, die sich kürzen lassen und ausreichend groß sind, um das vorhandene Finanzloch zu stopfen.
Der mit Abstand größte Einzelposten sind die Kosten für Erstellung und Versand der UW in Papierform. Weitere große Positionen wie die Kosten des Büros und Personalkosten können nicht einfach reduziert werden. Das gilt auch für Ausgaben für Hard- und Software, Lizenzen, VDH-Beiträge, Telefon, Porto, Steuern und Versicherungen. Andere Ausgaben wie die Umlagen für die Landesgruppen lassen sich höchstens verschieben.
Daher sahen wir keine andere Möglichkeit, als die UW zunächst auf eine rein digitale Form umzustellen. Weder ist uns das leicht gefallen noch soll das eine dauerhafte Lösung sein. Vielmehr war es die einzige Möglichkeit, die Finanzierbarkeit zumindest für dieses Jahr sicherzustellen. Mit diesem Schritt erwarten wir zum Ende des Jahres ein sehr knappes positives Endergebnis. Das gilt jedoch nur, sofern die Einnahmen der Finanzplanung entsprechen und die Ausgaben nicht weiter steigen.
Die Auswirkungen auf das erste Quartal 2026
Leider ist das Problem damit noch nicht gelöst, denn der größte Einnahmeposten, die Mitgliedsbeiträge, kommen erst März. Daher heißt es auch im 1. Quartal 2026: Weiter sparen! In den ersten zwei Monaten erwarten wir einen möglichen negativen Kontostand im mittleren 5-stelligen Bereich. Würden wir in den kommenden 6 Monaten die UW wie bisher in Papierform herausgeben, hätten wir einen zusätzlichen Fehlbetrag in fast 6-stelliger Höhe.
Eine quartalsweise erscheinende UW würde den Fehlbetrag ebenfalls deutlich erhöhen.
Bedeutet das nun das Ende unserer Traditionszeitschrift in Papierform?
Nein!
Bereits seit längerer Zeit gibt es den Wunsch vieler Mitglieder nach einem digitalen UW. Dieser wird daher auf jeden Fall monatlich erscheinen. Sobald unsere finanzielle Lage es zulässt, werden wir weitere Möglichkeiten anbieten. Dabei sind verschiedene Varianten denkbar. So könnte der UW zusätzlich quartalsweise als Heft erscheinen oder es könnte ein Jahrbuch geben. Eine andere Option wäre ein monatliches Heft mit kostendeckenden Abopreisen. Wir werden in Kürze eine Mitgliederumfrage starten, um Ihre Wünsche zu erfragen.
Mit herzlichen Grüßen
Helene Peither
Präsidentin
Anhang: Diagramme
Diagramm 1:
Vergleich der bis zum Jahresende 2025 voraussichtlich verfügbaren finanziellen Mittel (Kontostand + Einnahmen) einmal mit den Ausgaben bei einem rein digitalen UW und mit dem bisherigen UW in gedruckter Form. Der UW in gedruckter Form würde zu einer Unterdeckung in Höhe von ca. 35.000 € führen. Größere Ausgaben wie die Umlagen für die Landesgruppen, die Kosten für das Büro und die Personalkosten sind einzeln ausgewiesen. Die restlichen Ausgaben beinhalten u.a.
- Aufwendungen für Zuchtschauen
- Reisekosten
- Hard- und Software
- Lizenzen
- VDH-Beiträge
- Telefon
- Porto
- Steuern und Versicherungen
Ohne den gedruckten UW erreichen wir zum Ende des Jahres ein knappes positives Ergebnis.

Diagramm 2:
Aufteilung des im Mitgliedsbeitrag enthaltenen Anteils für die UW in die Bestandteile Deckungsbeitrag, Porto und MWSt. Nur der Deckungsbeitrag steht für die Erstellung des UW, d.h. Layout und Druck zur Verfügung.

Diagramm 3:
Vergleich der Einnahmen mit den Ausgaben für einen UW in Papierform. Die Einnahmen stammen aus Mitgliedsbeiträgen und Abonnements sowie Anzeigen. Nur diese stehen für die Produktion des UW zur Verfügung. Den Einnahmen für Porto und MWSt stehen Ausgaben in gleicher Höhe entgegen.

